FAQ NoSuperReturn – 6. bis 12. Juni 2026 Berlin

🔍 Fakten zur SuperReturn & ihren Auswirkungen

Warum der Investorenkongress SuperReturn schlecht für die Allgemeinheit ist – und was das mit unserem Leben zu tun hat.

Was macht die SuperReturn so gefährlich für die Allgemeinheit?

1. Private Equity: Profit über Menschen – unsere Grundversorgung wird zur Spekulationsware

Wohnungen, Krankenhäuser, Pflegeheime: Private-Equity-Firmen kaufen lebenswichtige Strukturen nicht, um sie zu verbessern, sondern um extreme Gewinne zu erzielen. Unternehmen werden umstrukturiert, oft finanziell ausgeblutet – ohne stabile Zukunftsinvestitionen. Das Ergebnis? Explodierende Mieten, Versorgungslücken und Entlassungen – während Investoren sich bereichern.

2. 20% Rendite – bezahlt mit unseren Jobs, Steuern und Zukunft

Private-Equity-Firmen versprechen ihren Investoren hohe Gewinne von bis zu 20% pro Jahr. Die gekauften Firmen werden mit Schulden gekauft, die sie dann selbst abbezahlen müssen (siehe Leveraged Buyout). Um die Gewinne zu erreichen werden nicht selten Arbeitsplätze abgebaut, Löhne gedrückt, und eigentlich immer Steuern umgangen – und die Rechnung zahlt die Gesellschaft.

3. Demokratie ausgehöhlt: Lobbyismus im Interesse von ÜberReichen

Auf Events wie der SuperReturn (Ticketpreis: 8.000 €) treffen sich Investoren, um Netzwerke mit Politik und Wirtschaft zu knüpfen. Ihr Ziel: Gesetze und Steuern zu ihren Gunsten zu gestalten. Das Ergebnis? Unsere demokratische Mitbestimmung wird systematisch ausgehebelt – während eine Handvoll ÜberReicher noch mächtiger wird.

4. Klimakrise und soziale Spaltung: Private Equity verschärft die Krisen

Ob fossile Energien, Wohnungsmarkt oder Gesundheitswesen: Private-Equity-Firmen pressen Gewinne aus allen Lebensbereichen – ohne Rücksicht auf Klimaschutz oder sozialen Ausgleich. Statt Lösungen zu schaffen, verstärken sie die Klimakatastrophe und soziale Ungleichheit.

5. Die SuperReturn: Endstufe Kapitalismus – Reichtum wird von Unten nach Oben umverteilt

Auf der SuperReturn geht es nicht um Investitionen in die Zukunft, sondern um die maximale Bereicherung weniger. Mit Tricks, Steuervermeidung und politischer Einflussnahme wird Reichtum von der breiten Bevölkerung zu einer kleinen Elite umverteilt – auf Kosten unserer aller Lebensqualität.

Was ist Private Equity?

Schon 2004 nannte Franz Müntefering Private Equity die Heuschrecken. Eine „Branche, die mit außerbörslichen Beteiligungen viel Geld machen will“. Private-Equity-Unternehmen bündeln Milliardenvermögen von verschiedenen Geldgeber*innen wie Pensionsfonds, Versicherungen aber auch überreichen Menschen und versprechen ihnen Renditen (also Gewinne für das investierte Geld) von bis zu 20% jedes Jahr.

Das Geld wird nicht an der Börse, sondern für direkte Unternehmensbeteiligungen verwendet – es werden also komplette Firmen oder Anteile gekauft. Aktuell vor allem in den USA und anderen Ländern aktiv, will Private Equity diese Gewinne nun auch in Deutschland maßgeblich aus der Landwirtschaft, Gesundheitsversorgung und dem Wohnungsmarkt herauspressen.

Wie entstehen bei Private Equity so viele Gewinne – und warum zahlen wir langfristig dafür?

Private-Equity-Firmen kaufen Unternehmen aus allen Bereichen auf: Wohnungen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Energiekonzerne, Landwirtschaft, Lebensmittelfabriken, IT-Firmen oder sogar Sportvereine. Ihr einziges Ziel: so viel Geld wie möglich herausholen – und zwar schnell.

So funktioniert’s:

1. Schulden aufnehmen – aber nicht selbst bezahlen: Mit der Bündelung von Geld der Investoren und hohen Krediten in Fonds werden Unternehmen gekauft. Die Schulden werden aber nicht von den Geldgebern, sondern vom gekauften Unternehmen selbst abgezahlt. Das belastet die Firma von Anfang an (-> siehe „Leveraged Buyout“).

2. Gewinne verschleiern, Steuern sparen: Auf dem Papier wird das Unternehmen absichtlich schlechter dargestellt, um weniger Steuern zahlen zu müssen. Gleichzeitig fließen aber weiter hohe Gewinne an die Investoren – in Form von Geldausschüttungen an sich selbst/Anteilseigner oder horrenden Beraterhonoraren , die sie sich selbst in Rechnung stellen.

3. Geld abziehen, bis nichts mehr übrig ist: Die Private-Equity-Firma streicht Jahr für Jahr Gewinne ein, während das Unternehmen selbst unter den Schulden ächzt. Am Ende wird es – ausgeblutet und oft hoch verschuldet – mit Gewinn weiterverkauft.

4. Wer zahlt die Rechnung?

  • Die Beschäftigten: Arbeitsplätze werden abgebaut, Löhne gedrückt, Arbeitsbedingungen verschlechtert.
  • Die Gesellschaft: Auch PE-Unternehmen wurden in der Corona-Krise mit Steuermitteln gerettet – die Gewinne werden privat eingesteckt, in der Krise zahlen wir alle
  • Kosten für die hohen Gewinne tragen wir alle, z. B. durch höhere Mieten, teurere Gesundheitsleistungen oder schlechtere Versorgung.
  • Der Staat: Die Gewinne werden ins Ausland verschoben, Steuern werden so gut es geht vermieden. Was übrig bleibt, sind leere Kassen und soziale Kosten.
Leveraged Buyout (LBO) – Investitionstricks der Private-Equity-Branche

Ein Leveraged Buyout (LBO) ist der Kauf eines Unternehmens, bei dem ein großer Teil des Kaufpreises durch Fremdkapital (Schulden) finanziert wird. Die Vermögenswerte des Zielunternehmens dienen dabei als Sicherheit für die Kredite.

Wie funktioniert es in der Praxis?

  • Kauf: Eine PE-Firma sammelt nur 10–30% Eigenkapital ein und finanziert den Rest (70–90%) durch Kredite.
  • Schuldenübertragung: Die Schulden werden auf die Bilanz des Zielunternehmens übertragen.
  • Wertabschöpfung: Die PE-Firma steigert die Rentabilität schnell – oft durch Kostensenkungen, Umstrukturierungen oder Verkauf von Vermögenswerten.
  • Exit: Nach einigen Jahren wird das Unternehmen mit Gewinn weiterverkauft.

Was ist problematisch daran?

In grundlegenden Dienstleistungsbereichen wie Gesundheitswesen oder Wohnungswirtschaft führen LBOs zu aggressiven Kostensenkungen auf Kosten von Qualitätsstandards, finanzieller Instabilität und im schlimmsten Fall Insolvenz – mit negativen Folgen für Mitarbeiter*innen und Nutzer*innen. Zudem wird beim Unternehmenswert oft getrickst: Auf dem Papier (Buchwert) werden die Firmen aufgebläht und stehen gut da – der Marktwert beim Verkauf von Unternehmenswerten liegt ein vielfaches darunter. Es entsteht, ähnlich wie bei der Immobilienblase anfang der 2000-er, eine Blase.

🏠 Berliner Wohnungsmarkt

Die Enteignung des Wohnens folgt einer klaren Logik: Politische Privatisierungen öffneten seit 1989 die Tore für Finanzkapital. Nach der Finanzkrise 2008 brauchten Pensionsfonds, Versicherungen und Hedge-Fonds sichere Renditen – Wohnungen waren ideal. Berlin wurde zum Eldorado, weil das Angebot begrenzt, der Zuzug hoch und der Modernisierungsbedarf groß ist. Die Folge: Wohnungen werden Finanzprodukte, keine sozialen Güter. Mieten stiegen nicht wegen mehr oder fehlendem Neubau (den gab es nicht), sondern weil jede steigende Miete die Immobilienwerte erhöhte — eine selbstverstärkende Preisspirale, die echte Menschen verdrängt.

Rendite statt Bezahlbarkeit

Eine Finanzwende-Recherche zeigt, dass der US-Investor Blackstone seine Berliner Mieten 2019–2023 im Schnitt um 22 % anhob, während die Durchschnittsmieten in der Stadt nur um 7% stiegen. Die Investoren treiben dabei viele Mieten über das Marktniveau ohne dabei zu modernisieren. Auch die Carlyle Group hat die Mietpreise nach Aufkauf fast verdoppelt und extrahiert so 30% Rendite aus der Berliner Mieterschaft.

Massive Aufkäufe, weniger Angebot

Blackstone besitzt mindestens 3700 Wohnungen in Berlin; insgesamt flossen 2007-2020 rund 42 Mrd. Euro aus dem Ausland in große Wohnungsdeals. Etwa 25% aller Berliner Wohnungen (~500.000) gehören jetzt Finanzakteuren – der Berliner Wohnungsmarkt ist mehr als doppelt so hoch bewertet wie in Amsterdam oder London. Selbst die Europäische Zentralbank sieht einen Zusammenhang von Finanzinvestoren und steigenden Mieten.

Verdrängung & aggressive Praktiken

Die UN-Sonderberichterstatterin für Wohnen wirft Private-Equity-Investoren vor, durch starke Mieterhöhungen, Gebühren und schnelle Räumungen Menschen aus ihren Wohnungen zu drängen. Das Geschäftsmodell von Blackstone & Co stelle Profite über das Recht auf Wohnen.

Intransparenz & Kontrollverlust

Briefkastenfirmen (Luxemburg, Zypern, Liechtenstein) verstecken die wahren Eigentümer, so dass selbst Mieter keinen Kontakt herstellen können. Auch der Senat hat keine demokratische Kontrolle mehr und kann nicht nachvollziehen, wem welche Wohnungen gehören.

Kaum Beitrag zum Neubau

Nach Berechnungen von Finanzwende gingen 2021 etwa 41% der Mieteinnahmen großer Finanzinvestoren direkt an Anteilseigner statt in Neubau oder Sanierung zu fließen – hohe Renditeversprechen (bis zu 20 %) werden so aus bestehenden Beständen gepresst, ohne zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.


Quellen

https://www.berliner-zeitung.de/article/buergerbewegung-finanzwende-us-investor-blackstone-erhoehte-mieten-in-berlin-offenbar-um-22-prozent-2218956
https://www.finanzwende-recherche.de/unsere-themen/finanzialisierung/rendite-mit-der-miete-finanzmaerkte-und-die-wohnungskrise-in-deutschland
https://www.ecb.europa.eu/press/financial-stability-publications/fsr/focus/2023/html/ecb.fsrbox202305_02~6a5f8ca12b.en.html
https://www.mpifg.de/1459404/2026-01-forsch-bericht-voss
https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Studien/Studie_1-23_Vergesellschaftung.pdf
https://www.boeckler.de/data/wsimit_2022_03_heeg.pdf

🏥 Arztpraxen & Pflegeheime

1. Gewinne für Investoren, Verluste für das System

Private-Equity-Firmen kaufen Pflegeheime oder Arztpraxen oft mit geliehenem Geld – die Schulden werden auf die Einrichtung übertragen. Anschließend werden Immobilien verkauft und zurückgemietet, sodass die Mieteinnahmen als Gewinn an die Investoren fließen. Beispiel: Die Pflegeheimkette Alloheim wurde 2013 für 180 Mio. Euro gekauft und 2017 für 1,1 Mrd. Euro weiterverkauft. Die Gewinne landeten bei den Investoren – nicht bei den Pflegebedürftigen oder dem Personal.[Quelle: Finanzwende]

2. Medizinische Versorgung leidet: Unnötige Behandlungen für höhere Gewinne

Private Equity in Arztpraxen führt zu unnötigen Behandlungen und Überdiagnostik, um die Rendite zu steigern. Eine Zahnärztin aus einer Investoren-Praxis berichtete: „Wir haben Zähne angebohrt, die eigentlich noch gesund waren.“ Ein Drittel aller zahnmedizinischen Versorgungszentren in Deutschland gehört bereits Investoren.Patient:innen werden teure Zusatzbehandlungen mit wenig oder keinem medizinischen Nutzen nahegelegt.[Quelle: Finanzwende]

3. Lobbyismus gegen Regulierung

Private-Equity-Firmen wehren sich gegen strengere Regeln: Der Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren verdoppelte 2023 seine Lobbyausgaben. 2024 heuerte er eine langjährige Bundestagsmitarbeiterin an – genau als das Gesundheitsministerium ein Regulierungsgesetz vorbereitete.Selbst Transparenz-Schritte (z. B. Offenlegung der Eigentümerstrukturen) stoßen auf Widerstand.[Quelle: Finanzwende]

4. Pflege als Renditequelle

2022 gehörten rund 30% aller Pflegeheimplätze Private-Equity-Investoren. Finanzinvestoren erwarten zweistellige Renditen – das treibt die Kosten für Pflegeleistungen in die Höhe. In Großbritannien fließen 10% der Pflegekassenbeiträge in die Taschen von Finanzinvestoren. [Quelle: Böckler Stiftung]

🌍 Anheizen der Klimakrise

1. Massive Investitionen in fossile Energien

Private-Equity-Unternehmen investieren weiterhin massiv in klimaschädliche fossile Energien wie Gas, Kohle und Öl. Ihre jährlichen Emissionen betragen etwa 1,17 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalente – fast das Doppelte der jährlichen Emissionen Deutschlands. Über 20 große Private-Equity-Firmen haben zusammen mehr als 1 Billion Dollar in Energieinfrastruktur investiert.Trotz Nachhaltigkeitsbekundungen (z. B. auf der SuperReturn-Konferenz im Juni) fließen 64 % aller Energieinvestitionen weiterhin in fossile Unternehmen. Beim aktuellen Tempo würden Private-Equity-Firmen frühestens 2090 aus fossilen Brennstoffen aussteigen – viel zu spät, um den globalen Kollaps abzuwenden, wie Klimaforscher*innen seit Jahrzehnten warnen.
Quelle: Global Energy Monitor

2. Geschummelte Klimabilanzen

Private-Equity-verbundene fossile Vermögenswerte verursachen über 1 Gigatonne CO₂ pro Jahr. Allein der Private-Equity-Riese KKR unterschätzt seine Emissionen um das 6.500-fache – ein klarer Fall von Greenwashing. Kritiker wie Chief Na’Moks (Wet’suwet’en Nation) betonen, dass solche Praktiken bewusst die Klimabilanz verschleiern.
Quelle: Global Energy Monitor – KKR Report

3. Staatliche Förderung klimaschädlicher Investitionen

Der deutsche Staatsfonds „zur kerntechnischen Entsorgung“ KENFO (24 Mrd. Euro Startkapital) investierte 780 Mio. Euro in Öl- und Gasunternehmen, darunter auch in Firmen, die ihre Klimaziele zurückfahren oder fossile Energien ausbauen wollen (z. B. Lukoil). KENFO investiert zu 30% auch in illquiden Anlagen wie Private Equity. Trotz Mitgliedschaft in der UN Net-Zero Asset Owner Alliance und Bekenntnis zu den Pariser Klimazielen setzt der Fonds auf den umstrittenen Best-in-Class-Ansatz, der keine echte Dekarbonisierung bewirkt.
Quelle: Fossil Free Berlin | Wikipedia – KENFO

Mangelnde Transparenz und Skandale

Der KENFO investierte zudem in Großbanken, die in den Cum-Ex-Skandal verwickelt waren. Kritiker fordern, dass Nachhaltigkeitskriterien (Environment Social Governance, ESG)-Kriterien bei staatlichen Investitionen konsequent umgesetzt werden müssen, statt sie als Alibi für klimaschädliche Geschäfte zu nutzen.
Quelle: Fossil Free Berlin

5. Globale Treiber fossiler Infrastruktur

Private-Equity-Firmen treiben weltweit den Ausbau von LNG-Terminals und Gaskraftwerken voran – besonders in Asien und Nordamerika. Über 20 große Private-Equity-Firmen haben gemeinsam mehr als 1 Billion US-Dollar in Energieinfrastruktur investiert, wobei fossile Brennstoffe die meisten Portfolios dominieren.
Quelle: Global Energy Monitor – Finance & Corporates

KKR

1. KKR heizt die Klimakrise an

KKR (Kohlberg Kravis Roberts & Co) ist die zweitgrößte Private Equity Firma weltweit und besitzt 19 fossile Energieunternehmen – 66% ihres Energieportfolios basieren auf Öl, Gas und Kohle. Diese Firmen verursachen 68,3 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr (Stand 2024) – das entspricht ~9% des deutschen Jahresausstoßes oder dem Ausstoß von 9,8 Millionen EU-Bürger*innen. 2025 investierte KKR weiter in fossile Projekte: Anteile an der ADNOC-Gaspipeline (Abi Dabhi) und 10 Mrd. Dollar in Sempra Infrastructure (Flüssiggas).

2. KKR bereichert sich auf Kosten der Allgemeinheit

KKR nutzt Steuergelder und öffentliche Infrastruktur, um private Gewinne zu maximieren. KKR-Mitgründer Henry Kravis lobte 2025 beim CEO-Gipfel im Kanzleramt die Senkung von Steuern und Strompreisen – und hofft auf niedrigere Unternehmensteuern. Sein Zitat: „Wale, die auftauchen, werden harpuniert.“Sprich: Je weniger die Öffentlichkeit mitbekommt, desto besser für die Profite.
Beispiel Toys „R“ Us: KKR trieb das Unternehmen 2017 in die Insolvenz – 30.000 Jobs verloren, während KKR & Co über 450 Mio. Dollar an Gebühren und Renditen einstrich.
KKR ist börsennotiert. Die Gewinne fließen daher an Henry Gravis (>150 Mio durch Aktienverkäufe in 2025), Großaktionäre wie BlackRock (5,1 %) und Wellington Management (3 %) – selbst Private-Equity- oder Asset-Management-Firmen.

3. KKR kontrolliert Bereiche, die dein Leben prägen

KKR ist nicht nur in fossilen Energien aktiv, sondern auch in Kultur und Freizeit: Superstruct Entertainment (im Besitz von KKR) organisiert Festivals wie Sziget, Sonar und Wacken. Gewinne fließen an Milliardäre – nicht an Künstler*innen oder Besucher*innen.

4. KKR & Katherina Reiche – Interessenkonflikte und Lobbyismus

Ein weiterer kritischer Punkt ist der Einfluss von Private-Equity-Gesellschaften auf die öffentliche Meinung und Politik. Katherina Reiche ließ sich laut Spiegel und ZEIT für 12 Millionen Euro von zwei Agenturen beraten – darunter FGS Global, die seit 2024 mehrheitlich KKR gehört. Zuvor war die KKR im Besitz der Verlagsgruppe Springer, zu der auch die Medien Bild und Welt gehören. Auffällig: Ausgerechnet diese Medien führten eine Kampagne für Gasheizungen und gegen Wärmepumpen an.
FGS Global ist eine PR- und Lobbyagentur, die eigentlich dafür bezahlt wird, Politik zu beeinflussen. Hier stellt sich die Frage, ob die Politik nun sogar dafür zahlt, beeinflusst zu werden – und ob die Beratung durch eine Agentur mit engen Verbindungen zu Private-Equity-Interessen & Ihre Investitionen von KKR in Gas und fossile Energie und die berufliche Vergangenheit von Frau Reiche für Gaskonzerne nicht zu Interessenkonflikten führt.

„Private Equity ist wie ein Heuschreckenschwarm: Es bleibt nichts übrig, wenn sie weiterziehen.“ (Cicero)

Carlyle

1. Carlyle umgeht Transparenz und Lobbyismus-Regeln

Carlyle pflegt enge Kontakte zur Politik, ohne sich an die Regeln zu halten: Zwischen Februar 2023 und Januar 2025 hatte Carlyle 15 Gespräche mit der Bundesregierung – doch im Lobbyregister des Deutschen Bundestags taucht das Unternehmen nicht auf. Die Finanzwende-Initiative wies darauf hin, dass dies rechtswidrig sein könnte.

2. Carlyle zerstört Arbeitsplätze durch radikale Kostensenkungen

Nach enttäuschenden Ergebnissen Investoren für ihre Fonds zu gewinnen kündigte Carlyle Kostensenkungen an – oft auf dem Rücken der Beschäftigten. Danach folgten Entlassungswellen und Personalabbau Quelle: https://finance.yahoo.com/news/carlyle-cost-cuts-loom-disappointing-060000466.html

3. Carlyle nutzt politische Verbindungen für eigene Interessen

Ehemalige Regierungsmitglieder arbeiten später für Carlyle und nutzen Insiderwissen für Deals – das sogenannte „Revolving Door“-Prinzip.

Quellen: https://www.fnlondon.com/articles/major-follows-former-politicians-in-new-banking-role-20010529

4. Carlyle in Pflegeheimen: Profite auf Kosten der Bewohner

Carlyle nutzt seine Investitionen in Pflegeheime wie Genesis Healthcare und The Ensign Group für maximale Rendite – oft auf Kosten der Bewohner.
Schritt 1, Kostenkürzungen: Private-Equity-Strategien führen zu Personalabbau, niedrigeren Löhnen und veralteter Ausstattung, um Gewinne zu steigern.
Schritt 2, Finanzielle Belastung: Hohe Schulden, die auf die Heime abgewälzt werden (z. B. bei Genesis Healthcare, das 2020 Insolvenz anmeldete).
Schritt 3, Qualitätsverlust: Studien belegen häufigere Qualitätsmängel und höhere Sterberaten in Private-Equity-Pflegeheimen.

Quellen:

5. Carlyle in Wohnimmobilien: Mietsteigerungen und Verdrängung

Carlyle besitzt über Fonds wie Carlyle Realty Partners und Carlyle Secured Lending tausende Wohnimmobilien in den USA, darunter auch Einfamilienhäuser, die nach der Finanzkrise 2008 günstig aufgekauft wurden. Private-Equity-Firmen wie Carlyle nutzen öffentliche Rentengelder (z. B. 578 Mio. Dollar aus New Yorker Pensionsfonds), um in Immobilien zu investieren – was zu einem Interessenkonflikt führt, da die gleichen Arbeitnehmer:innen, deren Renten gelagert werden, durch steigende Mieten belastet werden. In Städten wie San Francisco treiben Investitionen von Carlyle und Partnern die Mietpreise weiter in die Höhe, während sie gezielt in knappe Wohnungsmärkte mit hoher Nachfrage investieren, was die Wohnungsnot verschärft. Kritiker:innen warnen vor einem „seltsamen Gleichgewicht“, bei dem die Ersparnisse von Arbeitnehmer:innen in Strategien fließen, die genau die Mietbelastung erhöhen, unter der diese leiden – besonders in nicht-preisgebundenen Wohnungen in Brooklyn und Queens. Gleichzeitig fehlt es an transparenter Aufsicht, da Pensionsfonds ohne ausreichende öffentliche Kontrolle in hochriskante, gewinnorientierte Immobilienfonds investieren, was langfristig die soziale Ungleichheit vertieft.

Quellen:

6. Carlyle und die Finanzkrise 2008: Profit durch die Krise

Carlyle war vor der Finanzkrise 2008 einer der größten Investoren in US-Immobilienkredite – und profitierte von deren Kollaps.
Spekulation auf den Crash: Über Fonds wie Carlyle Capital Corporation investierte Carlyle massiv in risikoreiche Hypothekenpapiere (MBS) und kaufte später zwangsversteigerte Immobilien günstig auf.
„Geierfonds“-Vorwurf: Während Millionen Amerikaner ihre Häuser verloren, nutzte Carlyle die Krise, um Gewinne zu maximieren.

Quellen:

Apollo

1. Fragwürdige Verbindungen: Von Epstein bis Gaza-Konflikt

Der ehemalige CEO Leon Black trat 2021 zurück, nachdem bekannt wurde, dass er jahrelang enge geschäftliche und private Verbindungen zu Jeffrey Epstein unterhielt– inklusive Zahlungen in Millionenhöhe an Epstein. Der aktuelle CEO Marc Rowan sitzt im „Gaza Friedensrat“ von Donald Trump , einem Gremium, dem Neokolonialismus vorgeworfen wird und den Palästinenser*innen keine Mitsprache einräumt. Dies wirft Fragen auf: Wie vereinbart ein Finanzriesen-CEO diese Rolle mit Investitionen in Rüstungs- und Sicherheitsfirmen? (siehe Punkt 4).

2. Medienmacht: Apollo kontrolliert die öffentliche Meinung

Apollo besitzt die Cox Media Group, eines der größten Medienimperien der USA (u. a. Zeitungen, TV-Sender, Radio). Das Problem: Wenn ein Finanzkonzern wie Apollo Medien kontrolliert, kann das zu Interessenkonflikten führen. Einflussnahme auf Berichterstattung im Sinne der Interesse von Apollo und Investoren; Einflussnahme auf politische Entscheidungen & öffentliche Meinung.

3. Klimaschädliche und sozial fragwürdige Investitionen

2022 waren 74% der Energieinvestitionen fossile Brennstoffe (Öl, Gas, Kohle). Quelle: PE Climate Risks Scorecard 2024. Zudem investiert Apollo in Casinos, Kreuzfahrtschiffe (häufig verbunden mit Sucht und Umweltzerstörung) und ist an Atlético Madrid beteiligt.

4. Profite aus Krieg und Militarisierung

Apollo investiert in Constellis, einen der größten privaten Militärdienstleister der Welt. Constellis bietet Sicherheitsdienste, militärische Ausbildung und logistische Unterstützung für Regierungen und Unternehmen an – oft in Konfliktregionen. Diese Firmen operieren außerhalb demokratischer Kontrolle und profitieren von Kriegen, Instabilität und der Privatisierung von Sicherheit.

CVC

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